Geändert:  29. November 2017

Drehleiern                                                

 

Die erste Drehleier (französisch: Vielle á roue, spanisch: Zanfona) wurde von meinem leider viel zu früh verstorbenen  Musikfreund Dieter Güttler (ehem. Sans Famille) 1980 oder 1981 aus einem Bausatz von Wolfgang Lantelme  für den Leierspieler  Lothar Schwamb hergestellt. Ich erhielt sie als Geschenk meiner Familie zu meinem 50. Geburtstag. Sie hat die Lautenform und ist in G/C gestimmt. Weil sie in der Handhabung äußerst kompliziert und empfindlich war, dauerte es einige Jahre, bis ich mich mit ihr richtig anfreunden konnte. Im Jahre 2006 ließ ich vom Meister Christof Sticht Feinstimm-Mechaniken einbauen und in 2007 eine Generalüberholung vom Drehleierbauer Helmut Seibert vornehmen. 

                  

In 2009 wurde diese Drehleier durch Sebastian Hilsmann komplettiert mit Kapodastern für die Bordune, Mouche und Trompette. Die Melodiesaiten sind inzwischen oktaviert.
Nachstehend ein galicischer Walzer als Musikbeispiel.


Meine zweite Drehleier im Stil "Jenzat" erhielt ich zu meinem 60. Geburtstag. Sie hat die D/G-Stimmung, ist wunderschön und klingt majestätisch. Die D-Melodiesaiten sind ebenfalls oktaviert. Erbauer dieses schönen Unikates ist  Sebastian Hilsmann, der  inzwischen zu den  weltbesten Drehleierbauern gehört. Das ist die einzige Lautenleier, die er noch in der Werkstatt von Pascal Cranga  in der Bourgogne gefertigt hat. Anschließend begann er  seine Produktion eigener moderner Leiern, wie "Vivace" und "Largo", die unter Leierspielen international sehr geschätzt werden.

Nachstehend eine Mazurka von  Gilles Chabenat als Musikbeispiel

Im Moment sind die beiden Drehleiern meine Lieblingsinstrumente, für die ich inzwischen einige Stücke komponiert habe.

Ich verwende Saiten von Savarez,  Kürschner und Thomastik.

Hier ein paar Detailfotos meiner Drehleier von  Sebastian  Hilsmann:

   

und hier der Meister Hilsmann beim Vorbereiten der Kapodaster  für meine ersten Drehleier von Dieter Güttler:

Michael Zwingmann hat im Sommer 2010 die Kurbeln beider Drehleiern mit gedrehten Einlagen von der Taguannuss (ein pflanzlicher Elfenbeinersatz aus Brasilien) versehen:

                                        

Inzwischen habe ich mir ein stattliches Drehleier-Repertoire erworben und die Noten hierfür dokumentiert in Armins Notensammlung für Drehleier. Diese Sammlung wird von mir von Zeit zu Zeit ergänzt und erhielt kürzlich eine neue Gliederung. Wer will, kann sie sich downloaden per Doppelklick auf nachstehendem Foto. Über eine kleine Spende hierfür würde ich mich allerdings sehr freuen. Ich verschicke sie auch als Ringbuch im DIN A4 Format, beidseitig bedruckt und die erste und letzte Seite kartoniert, gegen eine kleine Aufwandsentschädigung.

Workshopbesuche erfolgten  bei: Francesco Giusta, Konstanze Kulinski und während der "Fête de la vielle 2012" in Anost. Ansonsten bin ich Autodidakt.

Am liebsten spiele ich auf den Drehleiern traditionelle und aktuelle französische Instrumentalstücke, vorwiegend aus Zentralfrankreich, aber auch Folkstücke aus anderen europäischen Ländern.  Meine Interessen gelten auch der Musik des Mittelalters, der Renaissance und des Barocks.